Wintersport Ski-Langlauf

Weißer Schnee, strahlender Sonnenschein, schneebedeckte Bäume, gespurte Loipen. Hören Sie schon das Knirschen des Schnees wenn die Skistöcke hineinstechen? Dieses rhythmische Knirschen wenn die Skilangläufer vorbeilaufen? Sehen Sie das elegante Gleiten auf dem Schnee, spüren Sie diese Winterruhe?

Seit November begleite ich die Ski-Langläufer bei den Weltcups als Kommentator für EUROSPORT und ich habe riesengroße Lust bekommen wieder selbst auf den Brettern zu stehen. Aber dieser Sport ist nicht nur schön, sondern sehr faszinierend und auch komplex. Während sich unsereins Gedanken macht über Dämpfung und Gewicht der Laufschuhe, sind die Fragestellungen an die Techniker der Ski-Langlaufteams so vielfältig, dass es einem schwindelig werden kann. Wie ist die Lufttemperatur, die des Schnees, wie lange liegt der Schnee, ist es Kunstschnee, wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Alles Fragen die über das richtige Wachs entscheiden. Aber das ist noch nicht alles. Je nach Schneebeschaffenheit und Temperatur kommen auch verschiedene Skier zum Einsatz. Denn die Skier unterscheiden sich in ihrer Steifigkeit und Strukturbeschaffenheit. Schon der Schliff der Skier ist eine Wissenschaft für sich. Die Norweger haben zum Beispiel einen Servicemann der seit Jahren nur für die Schliffe der Skier verantwortlich ist. Sein KnowHow wird wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Bin ich froh, dass ich mich mit so etwas nie auseinander setzen musste. Schuhe an und losgelaufen. Naja, bei den Spikes habe ich schon auf das Gewicht geschaut. Aber das ist ja harmlos im Vergleich zu den oben beschriebenen Problemen im Ski-Langlauf. Aber lassen Sie sich jetzt nicht verrückt machen. Es gibt mittlerweile sehr gute Skier mit Mikroschuppen die Sie gar nicht wachsen müssen. Auch die Topläufer weichen manchmal auf diese Bretter aus, besonders bei Bedingungen um Null Grad. Es geht ja bei uns Hobbyläufern nicht um Zehntelsekunden, sondern um den Spaß und Genuss in der Loipe sanft dahinzugleiten. Wenn Sie Lust bekommen haben nach dem oben stehenden ersten Absatz, dann nichts wie los! Ski-Langlauf ist eine tolle Ergänzung zum Lauftraining. Es werden zum Teil auch andere Muskeln beansprucht, vor allem im Oberkörper. Also nicht wundern, wenn Sie nach dem ersten Mal Muskelkater bekommen. Weitermachen und der Muskelkater verschwindet wieder ganz schnell. Dieses alternative Training ist auch sehr wichtig im Marathontraining. Viele Weltklasseathleten haben mittlerweile auch Krafttraining in ihr Trainingsprogramm eingebaut. Hier geht es nicht darum „Muckis“ aufzubauen, sondern mit speziellem Kraftausdauertraining die Belastungsfähigkeit im gesamten Training zu erhöhen. Intensivere Umfänge besser zu kompensieren. Paula Radcliffe, die Marathon-Weltmeisterin und Weltrekordlerin ist eine, die regelmäßig ein Krafttraining absolviert. Aber auch die Japanerinnen laufen nicht nur Hunderte von Kilometern, sondern gehen zusätzlich in den Kraftraum.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann bauen Sie Ski-Langlauf oder ein alternatives Kraftausdauertraining in Ihr Laufprogramm mit ein. Am Anfang wird es hier und da etwas zwicken, aber mit Geduld, werden Sie Ihre Laufleistungen verbessern. Nicht nur das. Ski-Langlauf ist auch etwas für die Seele. Entspannung pur, wenn Sie auf dem Schnee gleiten, das Knirschen im Schnee hören und die winterliche Ruhe genießen.

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