Multi-Kulti

Firmenläufe werden immer populärer, mehrere tausend Läufer und Läuferinnen beim BASF-Firmencup auf dem Hockenheimring, über 50.000 Teilnehmer beim Chase Manhattan Lauf in Frankfurt und über 10.000 Läuferinnen und Läufer bei der TEAM-Staffel Mitte Juni im Berliner Tiergarten. Die Teilnehmerzahlen wachsen immer weiter, während die der Marathonläufe stagnieren und zum Teil sinken. Was steckt dahinter?

Meiner Meinung nach ist es der Team-Charakter der die Menschen anzieht. Ja, beim Marathon laufen Sie eigentlich nicht alleine, aber streng genommen doch. Denn Sie sind für sich selbst verantwortlich. In einem Team verhält es sich wie in einer Staffel – jeder ist nur so gut wie das schwächste Glied in der Kette. Es schweißt zusammen, man unterstützt sich gegenseitig. In der Vorbereitung sind alle voll motiviert, jeder will sein Bestes geben um sein Optimum zu erreichen. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass jetzt die „Brechstange“ ausgepackt wird, sondern dass alle Teammitglieder fleißig und effektiv trainieren. Außerdem denke ich, dass Folgendes der wichtigste Aspekt ist: Die Einstiegshürde ist relativ niedrig. Fünf Kilometer halten viele für machbar, ein Marathon wird nicht umsonst der „Mount Everest des kleinen Mannes“ genannt.

Ich leite gerade ein Projekt mit Zielrichtung TEAM-Staffel am 20./21. Juni in Berlin. Das Spannende daran ist der internationale Blickwinkel. Die Firma Bombardier, die, die u.a. Züge produziert, hat für den Transportbereich Produktionsstätten rund um den Globus verteilt. Von Kanada, Mexiko, Indien, Korea, Italien, Frankreich bis nach Berlin, Siegen und Görlitz unter anderem. An allen Standorten können sich die Mitarbeiter für einen Startplatz in einer der Staffeln bewerben. Den Teilnehmern am Programm sende ich Trainingspläne und versorge sie mit Tipps und im Internet können sie regelmäßig mit mir und untereinander chatten.

Das Training besteht nur aus Zeitangaben und Herzfrequenz-Empfehlungen basierend auf individuellen Leistungstests. So kann jeder für sich ganz effektiv trainieren, unabhängig davon ob Er oder Sie in Europa, Asien oder Nordamerika trainiert. Dieser Teamgedanke hat auch viele „Nicht-Läufer“  animiert mit dem Laufen anzufangen und viele sind motiviert einen dieser begehrten Staffelplätze zu ergattern. Es sind gerade solche Ziele die viele brauchen, um sich zum regelmäßigen Laufen zu motivieren. Ein solches Ziel bringt auch frischen Wind in eine Firma, im Englischen auch „Team-bonding“ genannt. Zu Beginn sind es vielleicht nur ein paar Laufenthusiasten, aber die Erfahrung zeigt, dass viele andere Kollegen im folgenden Jahr durch Mundpropaganda zum Mitmachen animiert werden.

Ganz egal ob Sie schon lange keinen Sport mehr gemacht haben, aber gerne wieder anfangen würden oder ab und zu schon laufen. Fragen Sie doch einmal in Ihrer Firma nach. Es braucht immer einen Katalysator um eine Sache ins Rollen zu bringen und Firmenläufe gibt es mittlerweile in vielen Regionen.

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